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Systemische Astrologie
Überblick
Was
ist ein System?
Das
Horoskop als Abbild der Familie
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Was
ist ein System?
System
In allgemeinster Definition ist ein „System“
(griech. systema = Zusammengesetztes) eine aus Elementen materieller
oder geistiger Art geordnet zusammengesetzte Ganzheit. Sowohl die
allgemeine Systemtheorie als auch die Kybernetik
beschäftigen sich mit den Funktionen und strukturellen
Gesetzmäßigkeiten, die für alle Systeme –
unabhängig von ihrer Beschaffenheit – gelten. Allen
systemtheoretischen Überlegungen liegt die Erkenntnis zugrunde,
dass ein System in seiner Ganzheit sich qualitativ neu und anders
verhält als die Summe seiner isoliert betrachteten Einzelelemente.
Der im Rahmen der Familientherapie verwendete Systembegriff ist mit dem
der Kybernetik identisch; er enthält allgemeine Systemmerkmale,
dazu gehört, dass Systeme nach bestimmten Regeln funktionieren,
die Verarbeitung und Speicherung von Informationen sowie die
Fähigkeit zur selbstregulierenden Anpassung.
Konstruktivismus und Systemtheorie
... sind zwei wissenschaftstheoretische Konzepte, die sich vielfach
berühren und ergänzen, aber verschiedene Schwerpunkte aufweisen.
Sie bilden das Arbeitsgerüst aller systemischen Therapien.
Konstruktivismus befasst sich überwiegend mit
den Ergebnissen der Neurophysiologie, der Wahrnehmungspsychologie
und der Physik. Er beschäftigt sich primär mit der Frage
„Wie entsteht Wirklichkeit?“ bzw. mit der Frage nach der
Wahrnehmung von Wirklichkeit; dies im Zusammenspiel von Beobachter
und Beobachtetem. Letztlich heißt das: Wir konstruieren uns
unsere Realität selbst...
Die Systemtheorie bezieht sich dagegen auf die wechselwirkenden
Interaktionen verschiedener Teile eines biologischen oder sozialen
Organismus. Sie versucht zu erklären, wie Mitglieder eines Beziehungszusammenhangs
(Systems) zusammenwirken und sich verständigen. Und sie weist
darauf hin, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Der
Begriff Systemtheorie ist eng verbunden mit der Arbeit des Anthropologen
Gregory Bateson („Ökologie des Geistes“) und der
„Gruppe von Palo Alto“, der u.a. Bateson selbst, seine
Frau Margaret Mead, Jay Haley, John Weakland, aber auch Paul Watzlawick
angehörten. Bateson arbeitete eng mit dem Hypnotherapeuten Milton
Erickson zusammen. Von ihm erhielt er auch wesentliche Anregungen
für sein Konzept des „Double-bind“.
Die paradoxe Struktur der Wirklichkeit
Das Postulat einer „konstruierten Realität“ führt
in der Therapie zu unterschiedlichen Schlüssen. Wenn wir diese
„Konstruktion“ als individuelle Leistung sehen, haben
wir alles selbst in der Hand = Ich kann alles, wenn ich will, oder:
Ich bin alles. Ist die Konstruktion der Wirklichkeit kollektiv, habe
ich keinerlei Einfluss und bin dem „Schicksal“ hilflos
ausgeliert = Ich bin nichts. Die dritte Möglichkeit
lautet: Ich anerkenne die Konsequenzen einer von mir selbst gestalteten
Wirklichkeit, aber ebenso das Eingebundensein in einen größeren
Zusammenhang. Dies ist die paradoxe Gegebenheit menschlicher Existenz.
Anders gesagt: Ich bin sowohl frei als auch gebunden... sowohl Täter
als auch Opfer. Diese paradoxe Struktur der Wirklichkeit bezeichnet
Watzlawik als „pragmatisches Paradox“. Im therapeutischen
Kontext verweist der Begriff Double bind auf diesen Widerspruch (vgl.
Milton Ericksons Aufforderung: Sei spontan!).
Hier muss auch die Diskussion gesehen werden, die innerhalb der
systemischen (Familien-)Therapie zwischen den Konstruktivisten und den
Anhängern einer phänomomenologischen Betrachtungsweise
(Hellinger!) zum Teil heftig geführt wird. Während die
Konstruktivisten davon ausgehen, dass der Mensch seine Wirklichkeit
(sein System) erschafft, postulieren die "Phänomenologen" aufgrund ihrer Wahrnehmungen in Aufstellungen, dass es
dahinter eine andere Wirklichkeit und Ordnung gibt, die der Mensch
zuerst anerkennen muss.
Kurztherapie
Systemisch-therapeutisches Vorgehen wird oft als „Kurztherapie“
bezeichnet, da sich oft nur durch wenige Interventionen neue
Perspektiven des Beziehungszusammenhangs ergeben. Zur systemischen
Kurztherapie gehören daher die Hypnotherapie nach Milton Erickson
ebenso wie das NLP oder die Ansätze von Steve DeShazer, Virginia
Satir und der Heidelberger Schule. Die Arbeit Bert Hellingers
zählt sicherlich ebenfalls zu den Kurztherapien, auch wenn der
Konstruktivismus ihr den systemischen Bezug abspricht.
Quellen: Fritz B. Simon/Helm Stierlin:
Die Sprache der Familientherapie.
Ein Vokabular, Klett-Cotta
Eva Madelung: Kurztherapien. Neue Wege zur Lebensgestaltung, Kösel
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